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Der Pilotfriedhof hat einen Namen: Warum KI-Projekte an der Führung scheitern – nicht an der Technik

Veröffentlicht am 07. September 2026

Frisch von der IFA und in der FAZ nachzulesen: Digitalminister Karsten Wildberger fordert mehr Mut und Tempo bei KI – Deutschland dürfe sich nicht in Bedenken verlieren, während die globale Konkurrenz vorbeizieht. Recht hat er: Bedenkenträgerei bringt niemanden weiter. Aber Geschwindigkeit allein ist keine Strategie. Wer nur aufs Gaspedal tritt, ohne zu lenken, landet am Ende nur schneller im Pilotfriedhof.

Was Unternehmen jetzt dringend brauchen, sind klare Spielregeln – und zwar intern. Es geht nicht um noch mehr äußere Regulierung oder lähmende Bürokratie. Es geht um praxistaugliche Governance: Orientierung, Leitplanken und Vertrauen für die Belegschaft. Äußere Regulierung setzt Grenzen – Führung und interne Regeln schaffen Handlungsfähigkeit.

Wie weit Wunsch und Wirklichkeit derzeit auseinanderklaffen, zeigen die Zahlen. Das KfW-Mittelstandspanel bringt es auf den Punkt: 20 Prozent der Unternehmen nutzen inzwischen KI – ein Sprung von vier Prozent vor wenigen Jahren. Doch wer genauer hinschaut, sieht: Im Schnitt sind es mickrige zwei Anwendungen pro Betrieb, und nicht einmal ein Viertel hat feste Regeln dafür. Viel Anfang, wenig Tiefe. McKinsey verzeichnet für den Sommer 2026 eine steigende Skalierung von KI-Initiativen – von 38 auf 44 Prozent der befragten Unternehmen –, aber nur 37 Prozent davon berichten einen messbaren Beitrag zum EBIT, nur 6 Prozent gelten als „AI High Performer“. Der Bitkom ergänzt für den Mittelstand: 41 Prozent nutzen KI bereits, ein Drittel davon mit höheren Kosten als erwartet, jedes fünfte Unternehmen bereits mit Stellenabbau als Folge.

Diese Studien kommen unabhängig voneinander zum selben Muster: mehr Einsatz, kaum mehr Ertrag. Der naheliegende Reflex ist, das an der Technologie festzumachen – am falschen Tool, am fehlenden Datenmodell, an zu wenig Rechenleistung. Genau dieser Reflex führt in die Sackgasse. Das World Economic Forum beschreibt fünf unterschiedliche Bereitschaftstypen von Unternehmen und empfiehlt ausdrücklich Kulturwandel und Transparenz vor Technik-Fokus. Passend dazu zeigen aktuelle Daten von Glassdoor einen Einbruch der positiven KI-Stimmung von 81 auf 43 Prozent – und eine Notion-Studie eine Kluft zwischen Führung und Belegschaft: 60 Prozent der Verantwortlichen halten ihr Unternehmen für KI-bereit, aber nur 36 Prozent der Mitarbeitenden sehen das genauso.

Aus meiner eigenen Führungspraxis kenne ich dieses Muster gut: Technologie lässt sich einkaufen, Akzeptanz nicht. Wenn Geschäftsführung und Belegschaft unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage geben – sind wir KI-bereit? –, ist das kein Kommunikationsproblem, das sich mit einer weiteren Schulung löst. Es ist ein Führungs- und Governance-Problem: Wer entscheidet, was mit KI passiert? Wer trägt die Verantwortung, wenn ein Pilot scheitert? Und wer holt die Belegschaft tatsächlich ab, statt sie nur zu informieren? Genau diese Fragen beantwortet die KI-Governance Discovery – nicht mit einem weiteren Tool-Ranking, sondern mit benannten Zuständigkeiten und einem Vorgehen, das Führung und Belegschaft gemeinsam einbezieht.

Der Pilotfriedhof hat also einen Namen – und er heißt nicht KI. Wo Ihr Unternehmen bei dieser Führungsfrage steht, zeigt der kostenlose KI-Governance-Check in fünf Fragen.